Sonntag, 2. Juni 2013

"Selten habe ich ein Stück gesehen, das so klar durchdacht, bei aller Konzeptualität die reine Lust zu tanzen spürbar lebendig hält. Anna Melnikova ist eine starke und wunderbar vielseitige Tänzerin, und daraus speist sich ihr kluges choreografisches Denken, für sie selbst und für ihre Partnerin. Tanzend den Körper und den Raum begreifen ebnet schließlich den Königsweg zur Choreografie." (Irmela Kästner über BEUGEN Körper )

Montag, 25. März 2013

Ein Probeausschnitt aus der letzten Szene. Das rote Licht ist bei dieser Probe gestorben...


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Freitag, 1. März 2013

Hat sich eine Bewegung jeder inhaltlichen Zugehörigkeit entleert, fangen wir unbewusst an, in einer losgelösten Aktion “Verwandtes” und “Verschiedenes” zu erkennen.


Zwei Frauen begeben sich in einen Raum und eignen sich fremdartige Bewegungen an, um mit ihren Körpern den fremden Raum für sich zu erobern. Eigenwillig verschachteln sie Gesten und Haltungen unterschiedlicher Herkunft ineinander, als könnten sie ihre körperliche Zugehörigkeit dadurch neu erfinden. Die beiläufigen Bewegungen hinterlassen nachhaltige Bilder und lassen den Zuschauer an einem assoziationsreichen choreo-graphischen Spiel teilnehmen.









Gedanken zu „Beugen“ von Antje Schupp (Theaterregisseurin)

Wenn ich auf Beugen zurückblicke, habe ich zwei Dinge am Deutlichsten noch in Erinnerung: die Art und Weise, wie ich meine Rolle als Zuschauer verstanden und darüber den Abend wahrgenommen habe, sowie manche seltsamen Bewegungen, die ich noch nie zuvor in meinem Leben gesehen hatte...
Ich habe in dem Abend eher etwas Ritualhaftes, als etwas Dazustellendes gesehen. Das Licht geht an, die Tänzerinnen bewegen sich in einen bestimmten Raum, an eine bestimmte Stelle, und bleibt ein Zuschauer penetrant auf dem Boden sitzen, dann wird eben die Choreographie 4 cm vor dessen Nase getanzt, ohne dass ich das Gefühl hätte, die Tatsache, dass eben genau dort jemand sitzt, würde eine der beiden Frauen stören oder gar beeinflussen. Diesen Moment mochte ich beim Zusehen besonders. Einerseits war man gerade jetzt quasi unsichtbar, und hatte gleichzeitig aber das Gefühl, dass das Vertrauen der Tänzerinnen in die Sicherheit der eigenen Bewegung so groß ist dass sie sich (zu)trauen einen Zuschauer derart nah in ihr „Bewegungsumfeld“ zu lassen. Auch dadurch kriegte der Abend eine gewisse Intimität und Vertraulichkeit.
Nicht zuletzt fühlte man sich auch mit den anderen Zuschauern irgendwie wie „in einem Boot“, man ist gemeinsam in der gleichen Situation, in der man genauso seltsam deplatziert irgendwo rumsteht, wie alle anderen auch. Manchmal treffen sich da ebenfalls die Blicke, man selbst muss zurückweichen, wenn der Vordermann einer sich nahenden Tänzerin Platz zu machen versucht. Ständig weicht man irgendwohin aus, oder versucht die Bewegungen und Gänge zu erahnen, um als Erster in einem Raum einen guten Platz zu ergattern... ...man ist an diesem Abend überhaupt durch diese ständigen Ortswechsel und das „Vorpreschen“ der Tänzerinnen sehr sich selbst überlassen. Man könnte ja auch gehen, wenn man wollte. Macht man natürlich nicht, denn man sieht dem Abend gerne zu.
...Ich habe oft gelacht...
Müsste ich in nur einem Satz beschreiben, was ich an diesem Abend gesehen habe, dann ginge der so:
Beugen ist wie eine private Einladung in eine Wohnung, bei der man zwei Leuten bei den Dingen, die sie eben tun, und den Kämpfen, die sie eben zu kämpfen haben, zusehen darf, und man ist gerne dort gesehen.





Probefotos in der (noch) leeren Galerie... 







Interview mit Anna Melnikova


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Präsentation am 15.12.2012 um 18 Uhr in EDEN*****
Breite Straße 44, 13187 Berlin-Pankow

Vorstellungen vom 27. bis 29.12 2012 um 20 Uhr in Galerie Pankow
Breite Str. 8, 13187 Berlin-Pankow


Gefördert durch Bezirkamt Pankow, Berlin
Unterstützt durch Schloss Bröllin, in Koproduktion mit DOCK 11 Berlin